Fashion Talk: Wo fängt Provokation an?

Samstag, 18. April 2015

Nein, ich will nicht über Provokation auf Fashion Weeks, sei es auf dem Runway oder bei den Streetstylern, schreiben, denn da gehört das zum Business. Ich meine die Provokation im Alltag. Auf dieses Thema brachte mich eine Kommilitonin mit der ich inzwischen gut befreundet bin. Irgendwann, nicht ganz am Beginn unserer Freundschaft meinte sie zu mir. "Ich wusste schon, dass ich dich mögen würde, als du in dem Kurs XY dein Referat gehalten hast, diese durchsichtige Bluse anhattest und es dir einfach scheißegal war, dass jeder deinen BH sehen konnte. War das eigentlich provozierend gemeint?" Nö, war es nicht, denn ehrlich gesagt, denke ich nicht groß daran, dass sich jemand durch eine dunkelblaue Hemdbluse aus Chiffon mit einem schlichten, passenden schwarzen BH drunter provoziert fühlen könnte. Meine Toleranzschwelle liegt da offensichtlich etwas höher als die meiner Kommilitonen in dem Kurs, denen, meiner Freundin zufolge, die Augen rausgefallen sind. Viel früher fängt die Provokation in den Augen meines Vaters an, da beginnt sie nämlich bei destroyed Jeans. In denen brauche ich mich zu Hause bei einem festlicheren Familienessen nicht an den Tisch hocken, ohne mit kritischen Kommentaren, die doch über den Standardscherz "Hey, deine Hose hat da ein Loch!" hinausgehen, zu rechnen. Meine Standardantwort bei dem uralt Spruch ist übrigens " Was?! Wo? Wirklich?! Oh nein, gut, dass du mich drauf aufmerksam machst!"
Aber sollte man sich bei seinen Outfits Gedanken drüber machen, ob andere das als provokativ empfinden? Meine Meinung: Nein, solange ich den gewählten Look oder das Kleidungsstück vor mir selbst rechtfertigen kann. Mode ist und bleibt mein Spielplatz. Gezwungen mit zu spielen wird niemand, keiner muss transparente Blusen oder ripped Jeans tragen, wenn derjenige es nicht will, aber es tut keinem weh, wenn ich das tue.

I don't want to talk about provocation while Fashion Weeks, because it's obviously part of their business. It's provocation in everyday life. Once I was asked, whether it had been provocation on my part doing a presentation at university in a slight transpartent blouse. No it wasn't. Actually, I don't waste a thought on if other people could judge my outfit provoking. Seems like I'm a bit more tolerant than my collegues at university. But for my dad, provocation starts even earlier. Ripped jeans worn at a family dinner? No way! But do we need to worry about what other might think of our outfit? It's just not their business, right? As long as I force no one to wear transparent blouses or ripped jeans, it doesn't hurt anyone. Fashion is my playground!








Lace Top H&M/ Bikerjacket Mango/ ripped Jeans H&M/ Vans Sk8 Hi Slim


Kommentare:

  1. Schöner Post =) Es ist wirklich schon seltsam, was manche Leute schon für provokativ halten... ich will grundsätzlich nie provozieren, ich finde es ein bißchen albern, andere absichtlich aufregen zu wollen (na gut, meine Liiiiieeeeblingsschwägerin mal ausgenommen =D), aber ich versuche auch nicht, es krampfhaft zu vermeiden, wenn mir ein Outfit halt einfach gefällt =) Seit ich als Grundschullehrerin arbeite, mache ich mir darüber aber mehr Gedanken, meine Kollegen sind da zwar sehr tolerant, aber ich glaube, mit sowas wie einem sichtbaren BH käme ich dann doch nicht durch, vor allem bei den älteren Müttern nicht =)

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  2. Meine Oma war wegen meiner ripped Jeans immer ganz besorgt, nicht das die Nachbarn denken wir hätten nicht genug Geld für neue Kleidung <3
    Aber ansonsten war ich bisweilen auch ganz schön irritiert, wie schnell sich manche provoziert fühlen, zumal doch jeder tragen können sollte was ihm gefällt ohne das man sich deswegen Sprüche anhören muss!

    Einen schönen Tag dir :)
    Liebst, Linda

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  3. ein sehr cooler post (und ein tolles outfit! auch wenn ich vermutlich andere schuhe dazu gewählt hätte)!
    natürlich kommt es dabei auch immer ein bisschen darauf an, in welchem umfeld man sich bewegt - ich hatte zeiten, da bin ich mit jogginghose in die uni gegangen und es war mir herrlich egal. ich habe in mode-startups gearbeitet, da konnte man so ziemlich alles als kreativ verkaufen. ich habe aber auch schon in riesigen spießigen konzernen gearbeitet, in denen es einfach nicht geht, dass man auch nur einen bh-träger hervorblitzen sieht. und da ist es egal, ob man selber das provokativ findet oder nicht, man ist gezwungen, sich dem dresscode anzupassen... insofern: immer wieder eine interessante frage, aber manchmal gar nicht so unkompliziert.
    alles liebe!
    melanie

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  4. Cooler Beitrag! Habe mir noch nie Gedanken gemacht ob meine Outfits wen provozieren. Könnte aber manchmal auch möglich sein :) aber es ist mur egal
    Gruss Sari

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  5. <333 such amazing outfit!

    love this post

    you look great

    Karolina Gerspucci

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  6. Du hast so unglaublich tolle Beine und ich gebe dir absolut recht. Jeder soll anziehen, worin er sich wohlfühlt. Ob das nun ein Rollkragenpulli ist oder eine Transparente Bluse. Schade finde ich nur, wenn eine Person etwas anzieht, dass gerade Trend ist, aber du siehst von 100 Metern wie unsicher sie sich darin fühlt

    www.thefashionfraction.com

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  7. Tolles Outfit und wahre Worte: Ich finde immer noch, wer sich provoziert fühlt (von solchen Kleinigkeiten) ist selbst schuld und in der Mode gibt es auf jeden Fall so etwas wie ein Recht auf künstlerische Freiheit.

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